Interview mit Paula von laufvernarrt.de

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Zeitgleich mit der Veröffentlichung ihres E-Books „Selbstläufer – 8 Wochen Ernährungsumstellung“ hatte ich die Möglichkeit die erfolgreiche deutsche Fitness-, Ernährungs- und Lifestylebloggerin Paula Krüger von laufvernarrt.de zu interviewen. Ich war sehr gespannt auf ihre Antworten, bin ja doch ein großer Fan und Bewunderer ihrer Seite 🙂 Schon lange habe ich mich gefragt, wie man als Vollzeitblogger den Tag verbringt. Jetzt hatte ich die Möglichkeit sie über ihren veganen Lifestyle, ihren Alltag und ihre Erfahrungen mit Social Medias genauer auszufragen.
Hier nachzulesen:

Liebe Paula, ich freue mich sehr, dass du dich bereit erklärst meine Fragen zu beantworten. Du arbeitest seit diesem Jahr selbstständig als Vollzeitbloggerin auf ww.laufvernarrt.de. Wie kann man sich deinen täglichen Tagesablauf denn so vorstellen?

Hey Mel – Danke für die Möglichkeit, mit dir ein Interview zu halten. Ich freu mich, dass wir uns beide heute ein bisschen näher kennenlernen dürfen.

„Ein klassischer Tag beginnt bei mir zwischen 6 und 7 Uhr.“

Ich stehe auf, meditiere, trinke (zu viel) Kaffee und arbeite meine Mails vom Vortag ab. Dann kümmere ich mich um Social Media und die Projekte, die eben gerade anliegen. Meistens gehe ich dann zwischen 9 und 10 Uhr mit meinem Hund raus und spaziere eine Runde, bevor ich entweder zurück an den Schreibtisch (oder wahlweise ins Sofa- oder Bed-Office) oder ins Training gehe. Das heißt – wenn ich laufe, fahre ich raus in den Wald, wenn ich Kraft trainiere, mache ich das in meinem Home Gym und wenn ich Muay Thai trainiere, dann ist das erst am Abend soweit.
Während mein Morgen immer sehr gut strukturiert ist, bin ich ab meinem Frühstück zwischen 11 und 12 immer ein ziemlicher Chaot. „Leider“ fehlt mir für tagsüber derzeit eine richtige Routine, weil ich immer zwischen den Stühlen hänge: Einerseits will ich das Tageslicht bestmöglich nutzen, um draußen zu sein, spazieren, wandern und reiten zu gehen, andererseits möchte ich den Tag nutzen, um zu arbeiten, damit ich abends Feierabend habe. Meistens wird es aber eher ersteres, sodass ich hauptsächlich morgens zwischen 6 und 9/10 Uhr und nachmittags/abends zwischen 16/17 und 20 Uhr arbeite.

Dadurch, dass ich als Bloggerin aber eben auch Mädchen für alles bin und mich sowohl um Inhalte als auch Marketing, Buchhaltung, Projektmanagement, Eventplanung, Coachings, Fotografin und Model und was noch alles anfällt kümmere, ist eben auch jeden Tag etwas anderes zu tun. An einigen Tagen habe ich noch Termine außerhalb, bin bei Events präsent oder -Reise in eine andere Stadt. Deshalb ist meine Devise: Hauptsache, ich schaffe das, was ich mir vorgenommen habe. Die Uhrzeit ist dafür egal.

Es gibt bereits viele Blogs, die sich um Ernährung und Fitness drehen. Was qualifiziert dich zur Fitness- /Ernährungs- und Lifestylebloggerin? Sind hier nur Erfahrungswerte ausschlaggebend oder sind auch Ausbildungen von Vorteil?

Ohja! Blogs in dem Bereich gibt es wie Sand am Meer. Ich glaube, die Mischung macht es. Ich selbst habe ja die staatlich anerkannte Ausbildung als Physiotherapeutin absolviert und zusätzlich Fernstudiengänge zur Ernährungsberatung, Life Coaching und Personal Training gemacht. Ich glaube schon, dass mich das ziemlich gut qualifiziert, aber es ersetzt niemals die eigene Recherche, das Einfühlungsvermögen und die Erfahrungen, die du an dir selbst und mit anderen sammelst. Beim erfolgreichen Bloggen geht es in meinen Augen vorrangig um zwei Dinge: eine spannende Story und fundiertes Wissen. Leider können nur wenige Blogger beides liefern.

Das Problem mit den Ausbildungen ist eben auch, dass sie im Prinzip nichts bedeuten. Jeder kann diese Ausbildungen und Qualifikationen machen. Jemand, der eine Trainer B – Lizenz gemacht hat, kann sich genauso als Personal Trainer bezeichnen wie jemand, der wie du Sportwissenschaften studiert oder wie ich Physiotherapie gelernt hat. Dabei liegen zwischen dem Verständnis über den menschlichen Körper und seine Physiologie, aber auch den Umgang mit Menschen Welten.

Du ernährst dich vegan und glutenfrei. Wieso verzichtest du auf tierische Produkte und spezielle Getreidesorten?

Ich würde ja gerne mal kurz und knackig antworten, aber dein Fragen machen es mir unmöglich. Also muss ich wohl nochmal etwas ausholen.

Als ich mich dafür entschieden habe, keine Tiere mehr zu essen, war ich noch sehr jung. Ich glaube, so zwischen fünf und sieben. Genau erinnere ich mich aber nicht mehr. Damals ekelte es mich einfach nur an, etwas Totes zu essen. Das fühlte sich nicht richtig an. Während meiner Magersucht mit 14/15 beschäftigte ich mich dann zunehmend mit den ethischen Hintergründen. Ich las Bücher zum Thema – ganz besonders „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer öffnete mir die Augen, weshalb ich ein immer furchtbareres Gefühl beim Essen von Eiern und Milchprodukten bekam. Ich wurde dann also mit 15 radikale Veganerin. Und zwar so eine militante, wie sie keiner mag, weil sie überall die Moralkeule rausholt. Ich war so streng damals, dass ich auf alles geachtet habe.

Nach drei Jahren radikalem Veganismus stand ich aber vor zwei Hindernissen: Ich hatte das Gefühl, dass ich nichts mehr zu essen vertragen konnte, weil alles bei mir Magen-Darm-Beschwerden auslöste und keiner wusste, woher das kam. Außerdem war ich permanent krank. Wirklich, ich war 1-2 mal im Monat erkältet und hatte zusätzlich eine chronische Bronchitis. Das war ziemlich ätzend. Aus Verzweiflung habe ich dann wieder angefangen, Milchprodukte zu essen. Insgesamt dauerte es 2,5 Jahre, bis ich herausfand, was „mit mir nicht stimmte“. Nachdem mir mehrere Ärzte sagten, ich hätte einfach einen Reizdarm und solle mich weniger stressen, kam dann doch endlich mal jemand auf die Idee, einen Allergietest zu machen und mir zu raten, doch einfach mal glutenfrei auszuprobieren.

Beim Allergietest kam eine Sensitivität gegen Weizen und Soja heraus. Und als ich dann Weizen, Soja und Gluten aus meinem Ernährungsplan strich, hatte ich innerhalb von 6 Wochen Besserung.

Kein Wunder also, dass ich als Veganerin noch mehr Probleme hatte als vorher als Omnivor. Denn „damals“ gab es tatsächlich fast nur Alternativen auf Basis von Soja und Weizeneiweiß, wovon ich auch eine ganze Menge gegessen habe.

Mit diesem Wissen arbeitete ich dann immer weiter an einer Ernährungsweise, die mir guttut. Die mir und meiner Umwelt am wenigsten schadet. Es ist klar, dass schrittweise die Milchprodukte wieder ihren Weg heraus fanden und ich mich mehr und mehr mit veganen, sojafreien und glutenfreien Proteinquellen auseinandersetzte. Insgesamt war das ein Prozess über ein paar Jahre, den meine heutige Ernährungsbasis gebraucht hat. Ich fühl mich ganzheitlich wohl. Und zwar sowohl körperlich als auch, was die Essstörung-Komponente angeht.

Du hast gerade ein E-Book herausgebracht über „Selbstläufer – 8 Wochen Ernährungsumstellung“. Welche Zielgruppe möchtest du damit ansprechen?

Meine Zielgruppe sind vorrangig Frauen, die ihren Wohlfühlkörper auf eine ganzheitliche Art und Weise erreichen möchten. Wohlfühlkörper heißt für mich nicht, der „perfekte und makellose Körper“, sondern ein gesundes Gewicht und noch viel wichtiger: ein gesunder Umgang mit Essen. Ich verbinde mentale Themen rund um das richtige Mindset für eine ausgewogene Ernährung und den entspannten Umgang mit Essen mit dem fundierten Hintergrundwissen, das ich mir über die Jahre angeeignet habe.

Ich möchte Menschen von ihrer Diätmentalität befreien und ihnen Bewusstsein und Achtsamkeit lehren. Es geht mir nicht um einen dogmatischen Ansatz und strenge Regeln, sondern um neue Gewohnheiten, die die Disziplin von Diäten ersetzen und funktionieren. Alles, was ich in diesem Buch vorschlage, ist eben genau das: ein Vorschlag, eine Möglichkeit. Die ganze Zeit darfst du aber auch rechts und links schauen und dich frei entfalten. Deshalb mag ich meine Workbook-Komponente.

Was hat dich überhaupt dazu bewogen ein Buch zu schreiben und wie lange es von der Idee bis zum finalen Feinschliff gedauert?

Wenn ich ehrlich bin – die Idee eines weiteren Buchs kam mir bereits direkt beim Launch meines damaligen ersten kostenlosen Ebooks. Es hat aber noch zwei Jahre und viele Buchanfänge gedauert, bis ich endlich eine Vision hatte und wusste, was daraus werden sollte. Dieses Jahr im Frühjahr gab es auf meinem Blog eine 30-Tage-Ernährungsumstellung, die extrem gut ankam. Sehr schnell wurde mir aber klar: Da ist noch mehr Potenzial. Ich kann NOCH tiefer ins Wissen hereingehen als es mir die Blogartikel ermöglichten und vor allem noch bessere Prioritäten setzen, was die Umstellung angeht. Denn wenn ich ehrlich bin: 30 Tage waren einfach viel zu kurz. 30 Tage à 30 Aufgaben können nicht funktionieren, wenn du wirklich noch ganz am Anfang stehst. Das wusste ich auch von vornherein, aber für das Blogformat schien mir das dennoch am praktischsten. Immer mit dem Zusatz – erweitere auf den Zeitraum, den du brauchst.

Mit allem Feedback und allen Erfahrungen, die ich also während dieser Zeit sammeln konnte, kreierte ich mein neues Buch. Die 8 Wochen Ernährungsumstellung. Weniger relevante Punkte wurden herausgeschmissen, einiges zusammengefasst und alles neu strukturiert, ausgearbeitet und als die richtige Mischung aus Hintergrundwissen und Handlungsaufforderung gestaltet. Bis ich fertig war, dauerte es bis Anfang November. Also etwa ein halbes Jahr. Wenngleich ich auch immer wieder phasenweise gar nicht daran gearbeitet habe.

Wo kann man dein Buch erwerben?

Das Buch bekommst du auf meinem Blog www.laufvernarrt.de . Den direkten Link zu „Selbstläufer: 8 Wochen Ernährungsumstellung“ habe ich dir hier eingefügt.

Wieviele Stunden am Tag verbringst du eigentlich am Smartphone?

Uff. Wenn ich das genau wüsste, wäre ich vermutlich schockiert. Ich schätze mindestens zwei Stunden. Zuzüglich Telefonate. Jetzt motivierst du mich gerade zu etwas mehr Bewusstsein meinen Smartphone-Konsum betreffend. Vielleicht eine gute Aufgabe für meinen nächsten #motivationmonday, haha.

Oftmals wird man als Blogger nicht immer mit der positiven Scheinwelt des Internets konfrontiert. Ab und an passiert es, dass man doch harte Kritik einstecken muss. Wie schützt du dich selbst vor Shitstorm und Hater- Kommentaren?

Ich möchte mir immer gerne konstruktive Kritik anhören und ich bin sehr offen dafür, wenn jemand Verbesserungsvorschläge oder angemessene Kritikpunkte aufführt. Dennoch fällt es mir schwer, weil es bei mir schnell in Selbstzweifeln resultiert. Aber daran arbeite ich.

Die Erfahrung zeigt jedoch: Bisher hatte ich es extrem wenig mit konstruktiver Kritik zu tun. Meistens sind es Hater, die keine Ahnung haben, ihr Wissen auf Bro-Science basieren lassen und meine Blogartikel nicht mal gelesen haben. Manchmal sind es auch Punkte, bei denen ich sagen muss: „Aber darum geht es in dem Blogartikel nicht“.

Ich hatte eine Weile drei richtig aktive Hater. Die haben wirklich jeden meiner Posts kommentiert. Anfangs bin ich auf alles eingegangen und habe versucht, daraus zu lernen. Irgendwann wurde mir aber klar, dass es ihnen einfach nur ums Haten ging. Der eine behauptete stets, er sei Wissenschaftler. Irgendwann habe ich ihn gegoogelt und herausgefunden, dass er etwas im Bereich Maschinenbau studiert hat und überall auf Facebook ausschließlich zum Haten war. Also hab ich ihn und die anderen Shitstorm-Kollegen blockiert.

Im Endeffekt versuche ich es immer positiv zu sehen: Auch negative Aufmerksamkeit bringt Aufmerksamkeit. Der Facebook  Algorhytmus mag Interaktionen. Dem ist es egal, dass es Hate ist. Dennoch werden dann dadurch neue Leute auf mich aufmerksam.

Welche Tipps würdest du neuen Bloggern geben, die ihren Blog gerade starten?

Dranbleiben und weiterbilden. Wenn ich zurückdenke, wie furchtbar mein allererster Blog war, dann bin ich erstaunt, dass ich heute davon leben kann. Ich hab nicht nur schlecht geschrieben, sondern auch das Design und die Machart waren einfach nicht gut, haha. Dennoch ist was aus mir geworden, weil ich drangeblieben bin. Weil ich motiviert war, mich immer weitergebildet habe und mich gleichermaßen mit der Blog-Materie als auch mit den Themen auseinandergesetzt habe, die ich behandle.

„Wenn du eine Leidenschaft hast, eine Vision, eine Message, die du verbreiten möchtest, dann schaffst du das. Du brauchst nur Zeit.“

Liebe Paula, ich danke dir herzlich für deine Zeit 🙂 Und freue mich besonders über deinen nächsten #motivationmonday!

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