Laufen im Winter- das solltet ihr beachten

So, jetzt hat sie uns erwischt- die winterliche Kälte! In der Früh leuchten uns die Eisblumen entgegen, die total hübsch aussehen- allerdings nicht beliebt bei Autofahrern sind. Während der Motor rennt, kratzen wir in Windeseile unsere Fenster durchsichtig und fluchen vor uns hin, weil wir eh schon zu spät dran sind. Abends sind wir froh endlich wieder daheim zu sein und knotzen uns mit einer schönen warmen Suppe oder einem Tee lieber vor dem Fernseher und belächeln frustriert jene „Freunde“, die auf Facebook ihren erfolgreichen Trainingstag mit laufen draußen hinter sich gebracht haben- nur selbst findet man keine Motivation es ihnen gleich zu tun.

Ja, ihr habt Recht- es ist eigentlich wirklich etwas verrückt sich zu lange draußen aufzuhalten, wenn es so kalt ist. Dennoch ist Bewegung an der frischen Luft einfach der beste Ausgleich zu Stress und Müdigkeit, also los!

„Summerbodies are made in winter“- erinnert euch an die guten Vorsätze!

Ja klar, es ist kalt, grau und ungemütlich- aber wir erreichen unsere Ziele nun mal nicht, wenn wir daheim auf der Couch versumpern. Wir leben im 21. Jahrhundert und unser Evolutionsprogramm ist im Winter auf Sparmodus eingestellt, das heißt unser Körper möchte so wenig Energie verschwenden, wie möglich. Deswegen ist faul sein ja auch total berechtigt- sonst hätten unsere URURURURURURURURUR(….)- Großmütter wahrscheinlich nicht überlebt während der Eiszeit. Man muss aber fairerweise dazu sagen, dass Herr Neandtertaler damals auch keine Zentralheizung hatte, so wie wir heute…

Deswegen ist es auch voll ok, den Kreislauf mit Bewegung an der frischen Luft anzuregen. Wir müssen nicht einmal schnell laufen, einfach etwas mehr Bewegung machen als sonst! Und glaubt mir, wenn ihr die ersten Laufschritte hinter euch habt, ist es nur noch halb so schlimm mit dem Schweinehund und es fühlt sich total guuuuuuuuut an!

Aber aufpassen, man muss einige Dinge beachten, bevor das Training bei kalten Temperaturen starten kann:

1. Richtig anziehen mit Funktionskleidung nach dem Zwiebelschicht-System (für sehr erfrorene Leute wie mich)

Funktionskleidung ist atmungsaktiv, Wasserdampf (durch schwitzen) kann entweichen und sie trocknet schnell. Ich trage unter meiner normalen Laufhose eine funktionelle lange Unterhose, die man zum Ski- oder Snowboarden verwendet. Am Oberkörper trage ich ein funktionelles enges Oberteil, darüber ein wärmendes funktionelles Element, zum Beispiel aus Merinowolle oder Softshell. Wenn der Wind geht, noch eine atmungsaktive Windjacke. Ich persöhnlich bevorzuge ein windresistentes Gilet.

Es sollte alles eher eng anliegen. Herumschaukelndes Gewand nervt beim Laufen eigentlich.

Unbedingt: Stirnband/Haube und Handschuhe!

Faustregel: Nicht zu dick anziehen, ihr solltet beim Start ein wenig frieren!

2. Das richtige Schuhwerk

Optimal sind Schuhe mit gutem Profil (grip) und wasserfestem Material (zB. Goretex). Die Investition in gute Trail- Laufschuhe zahlt sich bei regelmäßiger Anwendung tatsächlich aus, damit reduzierst du die Verletzungsgefahr auf nassem und eisigem Boden.

3. Ausreichend trinken!

Man glaubt gar nicht, wieviel Wasser durch die Atemluft nach draußen geht, gerade im Winter verliert ihr viel Flüssigkeit- unbedingt vorher und nachher Wasser trinken!

4. Weniger ist mehr!

Wenn das Quecksilber unter null Grad wandert, solltet ihr auf eure Gesundheit achten. Die Lunge wird nun stark beansprucht (vermehrtes Husten weist auf zu starke Belastung hin!). Ihr solltet daher auf hohe Intensität verzichten, wenn ihr es nicht gewohnt seid und lieber ein Stück dazwischen gehen, um wieder normal atmen zu können, da hier die Gefahr nun groß ist, sich zu verkühlen (Bronchitis lässt grüßen)! Aber vorsichtig: nicht zu lange Pause machen, ihr dürft nicht zu frösteln anfangen!

Wenn ihr regelmäßig bei Kälte lauft, gewöhnt sich euer Körper daran und ihr könnt mit der Zeit leichter atmen beim Laufen. Also, lieber geringe Intensität und gesünder durch die Wintersaison kommen! Laufanfänger sind gut beraten wirklich nur gemütlich und ohne Druck zu laufen. Die Erkältungsgefahr ist zu Beginn wirklich sehr groß. Nach ein paar Malen ist euer Körper aber so gestärkt, dass er sich mühelos an die Belastung bei null Grad anpassen kann. Geringe Intensität bedeutet locker Atmen zu können, ohne kurzatmig zu werden. Hier findet ihr auch zum weiterlesen 8 Tipps für Laufanfänger.

Das Laufen mit Kinderwagen ist oft anspruchsvoll und kraftaufwendig, ich muss bergauf manchmal gehen, um meine Lungen bei frostiger Kälte nicht zu überanstrengen. Hier findet ihr weitere Tipps für das Laufen mit Kinderwagen.

Übrigens, wenn ihr mit Kinderwagen lauft und keinen sündteuren Profibuggy habt, tut es auch ein Regenschutz, um das Kind vor kalter Zuguft zu schützen. Außerdem solltet ihr 100% sicher sein, dass euer Kind nicht friert (z.B. durch einen Fellsack und extra Decken).

5. Seid sichtbar!

Laufen ab 17:00 ist gefährlicher, weil man euch schlechter sieht- tragt daher farbenfrohe Kleidung und Reflektoren. Bevorzugt lieber Hauptverkehrswege, wo sich Menschen aufhalten, um im Fall eines Sturzes schneller Hilfe zu finden und um weniger vertrauensvollen Menschen nicht in die Arme zu laufen.

6. Ausreichend Kohlenhydrate essen!

Der Körper hat viel zu tun, wenn ihr draußen bei unter null Grad unterwegs seid. Wenn euch die Energie ausgeht während der Einheit, habt ihr ein Problem: Ihr werdet schwächer und demotivierter, ihr geht zu Fuß weiter. Wer zu lange geht, kühlt aus und braucht länger bis er daheim ist. Bis ihr daheim seid, seid ihr so eingefroren, dass sogar das Aufsperren der Haustüre mit steifen Fingern zur Challenge wird (alles schon erlebt…).

Besser 1 Stunde vorher einen kohlehydratreichen Riegel essen, um auf Nummer sicher zugehen, dass die Einheit gut gelingt! Wie ihr euch vor und während dem Sport ernährt, erfährt ihr HIER.

Ihr seht, alles keine Hexerei- sogar für Anfänger geeignet, wenn man nicht zu viel von sich erwartet und die richtige Ausrüstung mitbringt.

Für mich ist Laufen im Winter angenehmer, als bei heißen Temperaturen. Die kalte Luft erfrischt mich und erleichtert die geistige Entspannung. Probiert es einfach aus!!! (Und vergesst es nicht das Post-workout-selfie auf Facebook zu posten!!! Seid stolz auf euch und motiviert so auch andere!)