Bist du sauer? – Chill deine Base!

Die Diskussion rund um unseren Säure- Basenhaushalt kennt mittlerweile jeder. Wir haben alle davon schon einmal gehört! Die Pharmaindustrie wirft mit teuren Basenpulver um sich und für jedes Weh-Wehchen werden die bösen Säuren verantwortlich gemacht. Selbsternannte Detox-Experten warnen vor den sauren Gefahren unserer Gesellschaft und in der Mitte steht nun wieder der Otto- Normalverbraucher, der absolut verunsichert ist und sich sicherheitshalber einen grünen Smoothie runterschüttet, um die „Base“ zu stärken.

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, freue dich und bilde Basen daraus!

In diesem Artikel möchte ich euch erklären, was genau es nun mit dem Säure- Basenhaushalt auf sich hat und wieso unser Körper gechillter damit umgeht, als wir eigentlich vermuten*:

Der Ph- Wert :

Wir kenne ihn aus dem Chemie Unterricht in der Schule. Erinnert ihr euch? Die Skala reicht von 1-14, wobei  der Wert 7 der Neutralität entspricht. Wert 1-6 ist sauer, 7 neutral und 8-14 basisch. Unsere Körpersystem weisen alle sehr unterschiedliche Ph- Werte auf: So ist zum Beispiel das Blut mit 7,3 eher basisch, Magensaft liegt sehr sauer bei Wert 2 und der Darm arbeitet am liebsten im basischen Milieu bei Wert 8.

Wenn die Werte schwanken, können unsere Systeme nicht mehr vernünftig arbeiten. Denken wir an ein Chlor- Becken im Schwimmbad: Auch hier muss der ph- Wert ständig geprüft werden, sonst „kippt“ das Wasser. Unser Körper funktioniert genauso. Sensible Sensoren checken permanent die Werte- absolut selbstständig.  Der Vorteil an unserem Körper: Wir benötigen kein Chlor und er kann sich selbst regulieren! Wo kämen wir denn hin, wenn wir ständig aktiv daran denken müssten unsere Säuren- und Basen zu checken? Ein zu basisches Mileu wirkt sich übrigens genauso gesundheitsschädlich aus, wie ein zu saures. Daher sollte man bei dem Konsum von zusätzlichen basischen Nahrungsergänzungen UNBEDINGT aufpassen!

Der Körper reguliert sein Säure- Basenhaushalt selbst mithilfe folgender Regulationssystemen:

1) Blut:

Das Blut übernimmt zu 52% die Regulation unseres Säure- Basenhaushalts.

2) Lunge:

Säuren werden „ausgeatmet“.

3) Nieren:

Scheiden Säuren aus, wenn sie im Körper nicht mehr neutralisiert werden, daher schwankt der Säurewert im Harn stark.

4) Knochen:

Kalzium aus den Knochen wirkt basenbildend. Säurehaltige Ernährung wirkt sich daher negativ auf den Knochenaufbau aus – > Osteoporose!

5) Leber- und Muskeln:

Bei intensiver sportlicher Betätigung wird Laktat (Milchsäure) gebildet, die von Leber und Muskeln wieder abgebaut wird. Wie wir bereits wissen, übernimmt die Leber auch andere entgiftende Prozesse.

Der ph Wert unserer Lebensmittel:

Manche Lebensmittel schmecken sauer, weil sie säurehaltig sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie im Körper auch Säuren aufbauen. Eine Zitrone zum Beispiel wirkt basenbildend. Lebensmittel kann man gemäß ihrer Säurebelastung auch in einen eigenen Indexwert einteilen:

-20 bis -1: Basisch

0: Neutral

1 bis 20: Sauer

Bei schlechter säurebildender Ernährung arbeiten die Regulationssysteme sehr verlässlich, zumindest bei gesundenden Menschen! Wenn das Regulationssystem allerdings nicht mehr gut funktioniert, kann das Milieu kippen.

Mit gesunder basischer Ernährung können wir unseren Organen viel Arbeit abnehmen.

Hier ein grobes Beispiel für Lebensmittel, die man nach Säure- und Basen einteilen kann:

Basisch:

Obst (besonders getrocknete Feigen und Datteln)

Gemüse- beides unverarbeitet

Kräuter

Neutral:

Wasser, manche Öle

Sauer:

Süßwaren, Fertigprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Milch, Käse Eier, Limonaden

(Im Internet finden ihr haufenweise Tabellen von Lebensmittel gemäß ihrer Säurebildung!)

Auch gesunde Lebensmittel, wie Getreide und viele Nusssorten sind säurebildend, allerdings geht es bei der gesunden Ernährung auch nicht darum, Säuren komplett auszuschließen, sondern ausgewogen zu essen.

 

Wie merke ich, dass man zu „sauer“ (Azidose) oder zu „basisch“ (Alkalose) ist?

Dieser Zustand wird eventuell nach vielen Jahren eintreten, wenn aufgrund schlechter Ernährung und Lebensführung mit Organschäden zu rechnen ist. Eine Übersäuerung ist bei gesunden Menschen mit gesunder Ernährung unmöglich.

Zu sauer: Anfangs fühlt man sich eher schlapp, müde, tendiert zu Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Gelenksentzündungen uvm. Ein sehr langsamer und schleichender Prozess!

Zu basisch: Bei einer Alkalose bekommt der Körper zu wenig Sauerstoff über die Atmung und es gehen viele Elektrolyte verloren.  Lebensgefahr!

Wie kann ich basische Ernährung in meinen Alltag einbauen?

  • Zu jeder Mahlzeit: Obst /Gemüse (mindesten 5 Fäuste pro Tag) Funktioniert super mit selbstgemachten Smoothies
  • Tierische Lebensmittel mit Obst- oder Gemüse kombinieren
  • KEINE Fertigprodukte, Junk Food oder industriell verarbeitete Lebensmittel essen
  • Fleischkonsum auf 3x die Woche reduzieren

Worauf sollten Sportler achten?

Auch wenn sportliche Betätigung gesund ist, entstehen durch Sport vermehrt Säuren im Körper.

Sportler sollten also noch mehr auf ihre basische Ernährung achten und öfters zu Obst und Gemüse greifen.

Rezept für einen Basen- Smoothie:

150g Himbeeren

1 EL Mandelmus

1/2 Banane

1 Prise Muskatnuss

Wahlweise kann man auch 1 EL Chia- Samen hinzufügen oder für mehr grüne Farbe Spinatblätter.

Mandeln wirken basenbildend und sind proteinhaltig. Außerdem schmecken Smoothies wunderbar in Ergänzung mit Kräutern!

Habt ihr schon mal eine Basen- Kur gemacht? Achtet ihr auf euren Säuren- Basenhaushalt?

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*Dieser Beitrag dient der allgemeinen Aufklärung gesunder Ernährung und ersetzt keine fachmedizinische individuelle Beratung!

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